Das Hotel Bellevue auf Pag steht zum Verkauf. Der einstige Stolz der Insel wartet auf ein neues Leben

Inhaltsverzeichnis
- Das Hotel, das den Tourismus auf Pag verändert hat
- Mehr als ein gewöhnliches Hotel
- Der Krieg brachte den entscheidenden Bruch
- Das ursprüngliche Hotel hatte 86 Unterkunftseinheiten
- Grundstück von etwa 21.000 m²
- Der Preis für die Anlage beträgt 8 Millionen Euro
- Von der Hotellegende zur Entwicklungschance
- Hotel Bellevue auf Pag – die wichtigsten Angaben
An der Küste der Insel Pag steht ein Hotelkomplex, der die Anfänge des modernen Tourismus in diesem Teil Kroatiens erlebt hat. Aus einem Ort voller Gäste, Konzerte und sommerlichen Lebens wurde im Laufe weniger Jahrzehnte eine auffällige Ruine. Jetzt wird das frühere Hotel Bellevue als großes Entwicklungsprojekt zum Verkauf angeboten.
Wer schon einmal am Stadtstrand Prosika in Pag vorbeigegangen ist, hat ihn wahrscheinlich bemerkt. Nur wenige Meter vom Meer entfernt steht eine verlassene Anlage, die neben Strand, Apartments und heutiger touristischer Infrastruktur beinahe unpassend wirkt.
Die leeren Pavillons und das verfallende Restaurant erinnern heute an die Kulisse einer verlassenen Stadt. Einst war dies jedoch das Hotel Bellevue, einer der Orte, die den modernen Tourismus auf der Insel Pag mitgeprägt haben.
Foto: Archiv des CroReal-Angebots.
Das Hotel, das den Tourismus auf Pag verändert hat
Der Hotelkomplex entstand Ende der 1960er Jahre. Die Angaben im aktuellen Angebot nennen als Baujahr 1967, während historische Aufzeichnungen die Fertigstellung und Eröffnung des Hotels Bellevue mit dem Jahr 1968 verbinden.
Das muss kein Widerspruch sein. Das erste Datum kann das Baujahr oder den Eintrag des Gebäudes bezeichnen, das zweite die tatsächliche Eröffnung für Gäste.
Das Jahr 1968 war für Pag noch aus einem anderen Grund wichtig. Die Brücke von Pag wurde in Betrieb genommen, was die Erreichbarkeit der Insel deutlich verbesserte und neue Möglichkeiten für den Tourismus eröffnete.
Das Bellevue wurde das erste große Nachkriegshotel in der Stadt Pag und zählte lange zu den bedeutendsten touristischen Einrichtungen der Region.
Mehr als ein gewöhnliches Hotel
Der Komplex bestand aus vier Pavillons, einer großzügigen Rezeption, einem Restaurant, einer großen Terrasse und einem Kiefernpark. Den Gästen standen zudem Sportanlagen zur Verfügung, etwa Tennis, Minigolf und Tischtennis.
Das Bellevue war nicht nur ein Ort, an dem Touristen im Urlaub übernachteten. Besonders in den Sommermonaten war es eines der gesellschaftlichen Zentren der Stadt.
Auf der Terrasse mit Blick auf die Bucht von Pag fanden Tanzabende und Konzerte statt. Das Hotelrestaurant war Gastgeber gesellschaftlicher Veranstaltungen und außerhalb der Hauptsaison auch lokaler Feste und Karnevalsveranstaltungen.
Historische Angaben nennen über 300 Betten und rund 150 bis 200 Beschäftigte in der Hauptsaison. Rund ein Vierteljahrhundert lang war das Hotel damit ein wichtiger Teil der lokalen Wirtschaft und des Alltags.
Der Krieg brachte den entscheidenden Bruch
Der reguläre Hotelbetrieb endete Anfang der 1990er Jahre. Während des Krieges in Kroatien waren im Hotel Flüchtlinge und Menschen untergebracht, die aus den umkämpften Gebieten vertrieben worden waren. Nach ihrem Weggang kehrte die Anlage nicht mehr zu ihrem ursprünglichen Zweck zurück.
Es folgten die Privatisierung und Eigentümerwechsel. Der Betrieb eines großen, alternden Hotels war wirtschaftlich anspruchsvoll, und die Immobilie wurde verkauft. Zur geplanten Sanierung kam es jedoch nicht.
Eine lange Phase des Verfalls begann. Aus den Gebäuden verschwanden allmählich Fenster, Türen und Teile der Ausstattung. Die Innenräume verfielen, einzelne Konstruktionen begannen einzustürzen. Schließlich wurde das Gelände zu einer der auffälligsten Ruinen in unmittelbarer Nähe der Stadt Pag.
Das ursprüngliche Hotel hatte 86 Unterkunftseinheiten
Das aktuelle Angebot beschreibt das ursprüngliche Hotelgebäude mit einer Fläche von etwa 3.100 m², bestehend aus Erdgeschoss und zwei weiteren Etagen. Darin befanden sich insgesamt 86 Unterkunftseinheiten.
Zum Komplex gehörten außerdem ein Restaurant mit einer Fläche von etwa 758 m² und eine Restaurantterrasse von rund 1.170 m².
Die Immobilie wird in einem Zustand angeboten, der eine komplette Sanierung oder einen vollständigen Neubau erfordert. Der Wert des Projekts liegt daher nicht allein in den bestehenden Gebäuden, sondern vor allem im Umfang der Grundstücke und in den Möglichkeiten ihrer künftigen Nutzung.
Grundstück von etwa 21.000 m²
Das ursprüngliche Hotelgelände umfasste rund 10.000 bis 11.000 m². Das heutige Investitionspaket beinhaltet dem Angebot zufolge jedoch Grundstücke mit einer Gesamtfläche von etwa 21.000 m², mit der geplanten Möglichkeit einer Erweiterung um weitere rund 5.000 m².
Eine solche Fläche erlaubt bereits ein weitaus umfangreicheres Projekt als die bloße Sanierung alter Zimmer.
Das vorbereitete Investitionskonzept sieht einen modernen Tourismus- und Wohnkomplex vor. Denkbar sind etwa ein luxuriöses Vier- bis Fünf-Sterne-Aparthotel, Apartments, ein Restaurant, ein Fitnesscenter, Kongressflächen, Geschäftseinheiten, Tiefgaragen, Pools, Gärten und Erholungszonen auf dem Dach.
Das insgesamt vorgeschlagene Potenzial des Projekts erreicht bis zu etwa 28.700 m² Bruttogeschossfläche.
Zwischen dem heutigen Zustand der Immobilie und der geplanten Gestalt des künftigen Resorts ist jedoch zu unterscheiden. Der endgültige Umfang hängt von den Absichten des Investors, den geltenden Genehmigungen und den Vorgaben der Bauleitplanung ab.
Der Preis für die Anlage beträgt 8 Millionen Euro
Der Hotelkomplex samt angrenzender Grundstücke wird für 8.000.000 Euro angeboten.
Für ein verlassenes, komplett zu sanierendes Objekt kann das auf den ersten Blick viel erscheinen. Gegenstand des Verkaufs ist jedoch nicht nur das verfallende Gebäude selbst.
Den Wert der Immobilie schafft vor allem die Kombination aus einem großen Grundstück in Küstenlage, einem bestehenden Tourismusareal, der Nähe zu Stadt und Strand, einem vorbereiteten Investitionskonzept und der Möglichkeit einer umfangreichen künftigen Entwicklung.
Große zusammenhängende Grundstücke, die sich für Hotel- und Resortprojekte eignen, werden an der kroatischen Küste immer seltener. Ein altes Gebäude lässt sich umbauen oder ersetzen. Ein vergleichbar gelegenes Grundstück lässt sich nicht neu schaffen.
Von der Hotellegende zur Entwicklungschance
Die Geschichte des Hotels Bellevue verbindet mehrere Etappen der modernen Geschichte der Insel Pag.
Ende der 1960er Jahre entstand hier ein Hotel, das die Entwicklung des Tourismus anschob. Jahrzehntelang empfing es Hunderte Gäste und gab Einheimischen Arbeit. Während des Krieges diente es Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten. Danach folgten Eigentümerwechsel und mehr als dreißig Jahre allmählichen Verfalls.
Nun kann das nächste Kapitel beginnen. Ob ein Teil der ursprünglichen Bauten erhalten bleibt oder an ihrer Stelle ein völlig neues Resort entsteht, entscheidet der künftige Investor. In Größe, Lage und Geschichte ist dies jedenfalls eine der bemerkenswertesten Investitionsgelegenheiten ihrer Art auf der Insel Pag.
Hotel Bellevue auf Pag – die wichtigsten Angaben
- Lage: Stadt Pag, Insel Pag
- Ursprüngliches Baujahr: 1967, Betrieb ab 1968
- Ursprüngliches Hotelgebäude: etwa 3.100 m²
- Anzahl der Unterkunftseinheiten: 86
- Restaurant: etwa 758 m²
- Restaurantterrasse: etwa 1.170 m²
- Gesamtfläche der angebotenen Grundstücke: etwa 21.000 m²
- Potenzielle Bruttogeschossfläche des Projekts: bis zu etwa 28.700 m²
- Zustand: Komplettsanierung oder Neuentwicklung
- Angebotspreis: 8.000.000 €
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