Trinkwasser auf Pag und Rab: Aktuelle Analysen bestätigen die Sicherheit

Inhaltsverzeichnis
- Aktuelles Fazit: Das öffentliche Trinkwasser ist laut Analysen sicher
- Warum Sorgen um das Wasser auf Pag und Rab entstanden
- Test vom 11. August: PFAS im Rohwasser aus Hrmotine lagen unter der Bestimmungsgrenze
- Proben vom 13. August: 22 Wasserhähne und ein Behälter auf Rab
- Eine Probe mit Blei zeigte kein Problem des öffentlichen Netzes
- Welche Städte und Gemeinden betroffen sind
- Was die Ergebnisse für Immobilieneigentümer und Besucher bedeuten
- Auf Brunnen, Zisternen und Hausinstallationen lässt sich das Fazit nicht automatisch übertragen
- Stand 22. August 2026: Das Monitoring wird fortgesetzt
- Quellen
Die Sonderbeprobungen vom 11. und 13. August 2026 ergaben keinen Hinweis auf eine Verunreinigung des öffentlichen Trinkwassers auf Pag, Rab oder in Novalja. PFAS lagen in allen analysierten Proben unter der Bestimmungsgrenze; von 22 an Wasserhähnen entnommenen Proben erfüllten 21 die vorgegebenen Grenzwerte, während die einzige Abweichung bei Blei mit den Hausinstallationen eines privaten Objekts zusammenhing.
Diese Schlussfolgerung bezieht sich auf das über das öffentliche Wasserversorgungssystem gelieferte Wasser und fasst den Informationsstand vom 22. August 2026 zusammen. Sie bedeutet weder, dass die Ermittlungen zum Umweltskandal in der Region Lika abgeschlossen sind, noch lassen sich dieselben Ergebnisse automatisch auf private Brunnen, Zisternen oder die Leitungen einzelner Gebäude übertragen.
Aktuelles Fazit: Das öffentliche Trinkwasser ist laut Analysen sicher
Nach offiziellen Mitteilungen der Städte Pag und Novalja, des Versorgers Vodovod Hrvatsko primorje, des Kroatischen Instituts für öffentliche Gesundheit HZJZ sowie des kroatischen Gesundheitsministeriums ist das im betroffenen Versorgungsgebiet über das öffentliche Netz gelieferte Wasser gesundheitlich unbedenklich und zum Trinken geeignet.
Die bisherigen Sonderanalysen wiesen die untersuchten PFAS nicht in Konzentrationen nach, die das Labor zuverlässig quantifizieren könnte. In den entnommenen Proben lagen die Werte jedes analysierten PFAS unter der Bestimmungsgrenze von 0,0015 µg/l.
Für Einwohner, Immobilieneigentümer und Besucher ergibt sich aus den aktuellen Unterlagen daher keine Einschränkung der üblichen Nutzung von Wasser aus dem öffentlichen Netz. Entscheidend ist jedoch die Formulierung „nach den aktuellen Ergebnissen“: Das Monitoring wird fortgesetzt, und bei einer Änderung haben neuere Hinweise der Gesundheitsbehörden, des Wasserversorgers und der örtlichen Behörden stets Vorrang.
Warum Sorgen um das Wasser auf Pag und Rab entstanden
Im August 2026 sorgten Meldungen über illegal abgelagerte gefährliche Abfälle in der Umgebung von Gospić in der Region Lika und über mögliche Auswirkungen der Deponie auf das örtliche Grundwasser für Aufmerksamkeit. Zu den überwachten Stoffen gehören auch PFAS, die häufig als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet werden, weil sie in der Umwelt nur sehr langsam abgebaut werden.
Die Sorge wurde durch den Karstuntergrund verstärkt, in dem sich Grundwasser durch komplexe Systeme von Spalten und Hohlräumen bewegen kann. Die Öffentlichkeit verlangte deshalb zu Recht eine Überprüfung der Quellen und Wasserversorgungsnetze, die Teile der Küste sowie die Inseln Pag und Rab versorgen.
Zwei Sachverhalte müssen jedoch getrennt werden. Die illegal abgelagerten Abfälle und ihre möglichen lokalen Auswirkungen sind ein ernstes Problem, das eine Sanierung und langfristige Überwachung erfordert. Für sich genommen beweisen sie aber nicht, dass das aufbereitete und über das öffentliche Netz an Verbraucher gelieferte Wasser verunreinigt ist. Genau diese zweite Frage wurde durch reguläre und außerordentliche Proben untersucht.
Test vom 11. August: PFAS im Rohwasser aus Hrmotine lagen unter der Bestimmungsgrenze
Bei der Sonderbeprobung am 11. August entnahm das HZJZ in der Gespanschaft Lika-Senj drei Rohwasserproben und drei Wasserproben an den Verwendungsstellen. In den analysierten Proben lagen die Konzentrationen aller 20 untersuchten PFAS-Verbindungen sowie deren Summe unter der Bestimmungsgrenze von 0,0015 µg/l je Einzelsubstanz.
Zu den Probenahmestellen gehörte auch die Wasserfassung Hrmotine. Dort handelte es sich um eine Probe von noch nicht aufbereitetem Rohwasser. Die genaue Schlussfolgerung lautet daher, dass die untersuchten PFAS in dieser Probe unter der Bestimmungsgrenze lagen. Das Ergebnis darf nicht zur allgemeinen Aussage erweitert werden, Rohwasser aus der Quelle sei ohne Aufbereitung direkt trinkbar oder seine mikrobiologische Qualität sei damit unabhängig bestätigt worden.
Das Wasser aus den Quellen wird vor der Verteilung vorschriftsmäßig aufbereitet und desinfiziert. Für Verbraucher ist die Qualität des über das öffentliche Netz an der Verwendungsstelle bereitgestellten Wassers entscheidend, nicht die Trinkbarkeit des unbehandelten Rohwassers direkt an der Quelle.
Proben vom 13. August: 22 Wasserhähne und ein Behälter auf Rab
Die zweite Sonderbeprobung fand am 13. August in größerem Umfang statt. Das HZJZ entnahm 22 Proben von Wasser für den menschlichen Gebrauch direkt an den Verwendungsstellen, also an Wasserhähnen in Gebäuden, sowie zusätzlich eine Probe aus einem Wasserbehälter auf der Insel Rab.
In all diesen Proben lagen die analysierten PFAS unter der Bestimmungsgrenze von 0,0015 µg/l je Verbindung. „Unter der Bestimmungsgrenze“ bedeutet nicht mathematisch null. Es bedeutet, dass eine mögliche Konzentration unterhalb dieses Wertes mit der verwendeten Labormethode nicht mit der erforderlichen Genauigkeit gemessen werden kann.
Von den 22 an Wasserhähnen entnommenen Proben wurden 21 als konform mit den festgelegten Grenzwerten bewertet. Eine Probe war wegen einer erhöhten Bleikonzentration nicht konform. Diese Abweichung betraf keine PFAS und deutete nach der Erklärung des HZJZ nicht auf ein Problem des öffentlichen Wassernetzes hin.
Eine Probe mit Blei zeigte kein Problem des öffentlichen Netzes
Der erhöhte Bleiwert wurde an einem Wasserhahn in einem privaten Objekt gemessen. Das HZJZ führte das Ergebnis auf die Hausinstallation dieses Gebäudes zurück, nicht auf das vom öffentlichen Versorger bereitgestellte Wasser.
Weder im von der Wasserfassung Hrmotine verteilten Wasser noch an den anderen überwachten Stellen in denselben Versorgungszonen wurden erhöhte Bleikonzentrationen festgestellt. Die einzige nicht konforme Probe darf daher nicht als Verunreinigung des gesamten öffentlichen Netzes interpretiert werden.
Im Zusammenhang mit einem solchen Befund empfahl das HZJZ, Hausleitungen regelmäßig zu spülen, insbesondere wenn Entnahmestellen längere Zeit nicht genutzt wurden, und anschließend eine Kontrollprobe zu nehmen. Immobilieneigentümer sollten beachten, dass auch Material, Alter und Zustand der Leitungen im Gebäude die Wasserqualität an einem bestimmten Hahn beeinflussen können.
Welche Städte und Gemeinden betroffen sind
Vodovod Hrvatsko primorje erklärte in einer am 17. August von der Stadt Novalja veröffentlichten Mitteilung, dass das Wasser für den menschlichen Gebrauch im gesamten Versorgungsgebiet Nr. 28 sicher und gesundheitlich unbedenklich ist. Dieses Gebiet umfasst:
- die Stadt Pag,
- die Stadt Novalja,
- die Stadt Rab,
- die Stadt Senj,
- die Gemeinde Kolan,
- die Gemeinde Povljana,
- die Gemeinde Lopar,
- die Gemeinde Karlobag.
Die Mitteilung des Versorgers stützt sich auf laufende Laborkontrollen und, nach Verstärkung der Aufsicht, auf häufigere Beprobungen. Die Stadt Pag hatte bereits am 12. August mitgeteilt, dass PFAS dort seit 2025 und damit schon vor Einführung der gesetzlichen Pflicht überwacht werden und die bisherigen Analysen kein Vorkommen festgestellt haben.
Was die Ergebnisse für Immobilieneigentümer und Besucher bedeuten
Nach den zum 22. August 2026 verfügbaren Informationen kann Wasser aus dem öffentlichen Netz im genannten Versorgungsgebiet wie üblich zum Trinken, zur Zubereitung von Speisen, zum Kochen, zur Körperpflege und für den normalen Betrieb von Haushalten oder Beherbergungsbetrieben verwendet werden.
Es wurde keine allgemeine Einschränkung veröffentlicht, nach der Einwohner oder Touristen Wasser aus dem öffentlichen Netz nicht trinken oder vor Gebrauch besonders behandeln müssten. Eigentümer von Apartments und Häusern sollten jedoch zwischen dem Zustand des öffentlichen Netzes und dem der Leitungen im eigenen Gebäude unterscheiden, insbesondere bei älteren oder lange ungenutzten Objekten.
Wenn ein örtlicher Hinweis erscheint, sich das Wasser ungewöhnlich verändert oder Zweifel an einer konkreten Installation bestehen, sollten die aktuellen Anweisungen des Wasserversorgers oder des zuständigen Gesundheitsinstituts befolgt werden. Ein älterer Artikel im Internet kann eine neue, für einen bestimmten Ort herausgegebene Mitteilung nicht ersetzen.
Auf Brunnen, Zisternen und Hausinstallationen lässt sich das Fazit nicht automatisch übertragen
Die in diesem Artikel beschriebenen Ergebnisse beziehen sich auf die überwachten Quellen, das öffentliche Wassernetz und die konkret entnommenen Proben. Sie können nicht automatisch als Nachweis dafür dienen, dass jeder private Brunnen, jede Zisterne oder jede andere lokale Quelle außerhalb des kontrollierten Systems gesundheitlich unbedenklich ist.
Auch die Hausinstallation eines Gebäudes spielt eine eigenständige Rolle. Selbst wenn der Versorger einwandfreies Wasser bis zum Objekt liefert, können alte Rohre, Armaturen, lange Stagnationszeiten oder ein unzureichend gewarteter Speicher seine Eigenschaften am Wasserhahn beeinflussen. Der Bleibefund in einem einzigen privaten Objekt zeigt, weshalb diese Unterscheidung wichtig ist.
Bei individuellen Quellen oder bei Verdacht auf ein Problem in den Hausleitungen sind eine Laboranalyse des konkreten Wassers und die Empfehlung der zuständigen Fachinstitution entscheidend, nicht das Ergebnis einer anderen Probenahmestelle.
Stand 22. August 2026: Das Monitoring wird fortgesetzt
Das kroatische Gesundheitsministerium erklärte am 20. August, dass alle bislang analysierten Proben von Wasser für den menschlichen Gebrauch gesundheitlich unbedenklich waren, PFAS darin nicht oberhalb der jeweiligen Bestimmungsgrenze nachgewiesen wurden und die Überwachung weiter ausgeweitet werde.
Das ist eine beruhigende Nachricht für die öffentliche Wasserversorgung auf Pag, Rab, in Novalja und in anderen Teilen des Versorgungsgebiets. Gleichzeitig bleibt der Umweltskandal in der Umgebung von Gospić ernst. Die Sicherheit des aktuell gelieferten Trinkwassers und die notwendige Beseitigung illegal abgelagerter Abfälle sind miteinander verbundene, aber unterschiedliche Fragen.
Dieser Text fasst den Stand vom 22. August 2026 zusammen und bezieht sich auf die öffentliche Wasserversorgung. Er ersetzt keine neueren Hinweise des HZJZ, des Gesundheitsministeriums, des Wasserversorgers oder der örtlichen Behörden und lässt sich nicht automatisch auf private Brunnen, Zisternen oder die Hausinstallation einer bestimmten Immobilie übertragen.
Quellen
- HZJZ: Ergebnisse der Sonderbeprobung vom 11. August 2026
- HZJZ: Ergebnisse der Sonderbeprobung vom 13. August 2026
- Stadt Pag: Mitteilung an die Bürger vom 12. August 2026
- Stadt Novalja und Vodovod Hrvatsko primorje: Wasserqualität im Versorgungsgebiet Nr. 28
- Kroatisches Gesundheitsministerium: aktueller Stand und fortlaufendes Monitoring
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